#15 Mitarbeitende online coachen

DAS BRINGT`S

Wenn Du situativ führst, gehört der coachende Führungsstil zu Deinem Repertoire. Im Gegensatz zum Unterweisen oder Trainieren (= Du gibst vor, wie Aufgaben zu erledigen sind), wählst Du den Ansatz “Fragen statt Sagen”, d.h. Du unterstützt den Mitarbeitenden, selbst den besten Weg vorwärts zu entdecken.

SO GEHT´S

Vor allem 3 Aspekte des Coachings verdienen im virtuellen Raum besondere Aufmerksamkeit:

Kontakt, Vertrauen und persönliche Nähe herstellen: Coaching-Gespräche sollten immer persönlich, nie per schriftlichem Ping-Pong ablaufen. Wenn möglich, nutzt Eure Webcams, denn zu sehen, was der Andere gerade tut, schafft Nähe. Online besteht immer eine Rest-Unsicherheit, dass doch noch eine andere Person zuhören könnte. Eine gute Idee ist daher, sich gegenseitig per Kameraschwenk zu zeigen, wo Ihr Euch gerade befindet. Bitte sorge dafür, dass z.B. im Hintergrund sichtbare Türen geschlossen sind, um zu signalisieren: Ich bin alleine. Gib der anderen Person etwas Zeit, im Gespräch anzukommen, z.B. durch ein wenig Smalltalk oder einen Check-In.

Den Roten Faden halten: Es hat sich bewährt, ein Grundgerüst zu haben, an dem sich der Ablauf Deines Coaching-Gesprächs orientiert. So stellst Du sicher, dass Du nichts wichtiges vergisst und am Ende mit einem nutzbaren Ergebnis rausgehst. Dies sind die Schritte und passenden Fragen:

  • Eröffnen: Ins Thema einsteigen, den Rahmen setzen. Starte mit einer Frage wie: “Was beschäftigt Dich momentan am Meisten?” Lass den Mitarbeitenden selbst das Anliegen formulieren, hilf mit, indem Du fragst: “Was genau meinst Du mit…” oder “Woran merkst Du…”. Frage anschließend: “Und was noch?” – denn erstens gibt es oft mehrere Themen, und zweitens nennt nicht jede*r sofort das wichtigste Thema als erstes.
  • Konkretisieren: Findet gemeinsam heraus, was das genaue Ziel ist, und welche Rolle jede*r von Euch bei der Erreichung innehat. Bitte kläre mit dem Mitarbeitenden: “Was möchtest Du erreichen? Woran wirst Du es merken/messen?” Kläre auch, worin er*sie die besondere Herausforderung für sich sieht; sprich: “Was genau ist es, das Dir daran schwer fällt?” Und zuletzt verständigt Euch auf Eure Rollen: “Was ist Dein Beitrag zum Erfolg, was meiner?”
  • Abschließen: Zieht noch einmal Résumé… “Wo stehst Du jetzt?” – ”Was wird Dein erster konkreter Schritt sein (und wann)?” – “Wie gehst Du damit um, wenn es nicht sofort klappt?” – Und dann, zum Ende: “Was war für Dich heute besonders hilfreich?” 

Dokumentation und Nachvollziehbarkeit. Coaches kritzeln immer irgendwelche Notizen und Grafiken auf Zettel und Flipcharts. Und das aus gutem Grund: Visualisierungen helfen ungemein, das Gesprochene in Kontext zu setzen und zu reflektieren. Nutze darum die Whiteboard-Funktion Eurer Video-Konferenz. Auch andere Kollaborationstools, die Ihr gemeinsam nutzen könnt, eignen sich. Die Low-Tech-Lösung: Teile Deinen Bildschirm mit einem offenen Word-Dokument, in das Du Deine Notizen schreibst (wobei Du Dir immer wieder “Formulierungshilfe” geben lässt).

DARAUF SOLLTEST DU ACHTEN

Zeitmanagement! Stell Dir einen Timer, denn nach dem üblichen Herumdrucksen am Anfang vergeht eine Stunde Coaching im Flug.

Dieser Hack stützt sich auf die Ideen aus dem GROW-Modell (John Whitmore) und “The Coaching Habit” (Michael B. Stanier).

Mehr Informationen bekommst Du hier: 

GROW-Modell: https://youtu.be/xNLRo3jWPcg
The Coaching Habit: https://youtu.be/YID6l9T-ksc

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